Die Themen

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Partizipation und Transparenz

Innovation ist ein gesellschaftlicher Prozess. Neue Forschungsergebnisse und deren wirtschaftliche Umsetzung verändern die Welt, in der wir leben. Nur eine innovationsoffene Gesellschaft kann in besonderer Weise wissenschaftlich und wirtschaftlich erfolgreich sein. Deshalb sollten gesellschaftliche Gruppen mehr Gestaltungsmöglichkeiten in der Forschungs- und Innovationspolitik erhalten. Die Einbindung von Verbrauchern, Betroffenen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen jenseits der klassischen Akteure im Innovationssystem ist folglich Voraussetzung für den Erhalt des Forschungs- und Innovationsstandortes Deutschland.

Doch wie können neue Partizipationsverfahren für Forschung und Wissenschaft aussehen, ohne das Grundprinzip der freien Forschung zu beschneiden? Und sollte Zivilgesellschaft nicht bereits an der innovationspolitischen Themensetzung (sogenanntes Agenda-Setting) und an der Ausarbeitung von förderpolitischen Programmen beteiligt werden?

Diesen Fragen ging das Fachforum Partizipation und Transparenz nach und erörterte Möglichkeiten, aber auch Grenzen von Beteiligungsverfahren. Davon abgeleitet wurden umsetzungsorientierte Handlungsempfehlungen für innovationspolitisches Agenda-Setting, die den in der Hightech-Strategie verankerten Ansatz vertiefen können.

Publikationen
Partizipatives Agenda-Setting

Partizipatives Agenda-Setting – Gesellschaft an Forschung und Innovation beteiligen
Gesellschaftliche Gruppen in die Ausarbeitung förderpolitischer Programme einzubinden, steht vermehrt im Fokus politischer Entscheidungsträger. In der Hightech-Strategie wird etwa Agenda-Setting-Prozessen das Potenzial zugeschrieben, "eine neue Qualität der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft" zu ermöglichen. Doch wie funktioniert partizipatives Agenda-Setting konkret? Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich? Seine Antworten auf diese Fragen stellt das Fachforum hier vor.
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Mitglieder des Fachforums

 

  • Prof. Dr. Angela Friederici, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und Vizepräsidentin der Max-Planck-Gesellschaft
  • Dr. Ansgar Klein, Geschäftsführer des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
  • Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung (Sprecher des Fachforums)
  • Christian Vollmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutsche Startups
Wilhelm Krull

Drei Fragen an ...

Dr. Wilhelm Krull

Sprecher des Fachforums

Welche Arbeitsschwerpunkte gab sich das Fachforum und warum?
Durch die Kooperation von Wissenschaft und Gesellschaft entstehen viele wertvolle Initiativen für soziale, ökologische und technologische Innovationen. Für die Wissenschaft bedeutet dieser Austausch vor allem neue Impulse für die Wissenschaft und neue Möglichkeit zum Transfer ihres Wissens in die Gesellschaft. Dies haben auch die politischen Entscheidungsträger in Deutschland und Europa erkannt und verankerten die Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure in Forschungs- und Förderpolitik, zum Beispiel im "Horizont 2020"-Programm der EU und der aktuellen Hightech-Strategie. Nachdem dieses wichtige Ziel definiert ist, stellte sich dem Hightech-Forum die Frage, wie der Weg dorthin aussieht. Das Fachforum ging deswegen den Fragen nach, wie gesellschaftliche Akteure über die forschungspolitische Agenda mitentscheiden können, ohne die demokratische Entscheidungshoheit zu unterlaufen. Welche Möglichkeiten ergeben sich durch die Digitalisierung – und wo liegen die Grenzen von Transparenz und Partizipation in Forschungsprozessen?

Was wurde erreicht?
Das Fachforum konnte für die Innovationspotenziale, die durch gesellschaftliche Beteiligung freigesetzt werden, sensibilisieren. Gleichzeitig verstanden wir es als unsere Aufgabe, die Erwartungen an gesellschaftlicher Beteiligung nicht zu überhöhen und klar aufzuzeigen, wo neben den Chancen die Risiken oder gar Grenzen liegen. Die Arbeit des Fachforums trägt somit zur Vertiefung der aktuell geführten Debatte bei. Mit einem Blick in die aktuelle Praxis konnten wir überprüfen, wo Handlungsbedarfe liegen. Davon ausgehend erstellte das Fachforum Empfehlungen zur Schaffung guter Rahmenbedingungen. Diese sind Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der von uns vorgeschlagenen Maßnahmen, wie dem Meilensteinplan für partizipatives Agenda-Setting.

Wie wurde vorgegangen?
Im Herbst und Winter 2015/16 führten wir Anhörungen mit ca. 20 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren durch, darunter ver.di und die zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende. Ziel der Konsultationen war es, das Themenfeld aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und zu verstehen, wo es Handlungsbedarf gibt. In einem zweiten Schritt wurden die Ergebnisse in Fachgesprächen mit politischen Entscheidungsträgern aus verschiedenen Ministerien und Projektträgern vertieft, um die konkreten Empfehlungen abzuleiten.

Christin Skiera
Ansprechpartnerin

Christin Skiera
Wissenschaftliche Referentin
Geschäftsstelle Hightech-Forum
T 030 322982-525

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