Die Themen

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Digitalisierung und Gesundheit

Gesundheit ist nicht nur für jeden Einzelnen das höchste Gut. Das Gemeinwesen insgesamt stellt die Fragen nach einer bestmöglichen Früherkennung und Prävention von Krankheiten, nach einer exzellenten medizinischen Versorgung auch außerhalb von Ballungszentren oder der optimalen medizinischen Versorgung chronisch Kranker, die in ihrem häuslichen Umfeld bleiben können. Der Gesundheitsbereich ist weiterhin wichtiger Wirtschaftsfaktor und nicht zuletzt durch die zunehmende Entwicklung digitaler Lösungen ein Innovationstreiber in Deutschland. Deshalb setzte auch das Hightech-Forum als innovationspolitisches Beratungsgremium der Bundesregierung mit dem Fachforum "Digitalisierung und Gesundheit" besondere Schwerpunkte.

Das Fachforum beleuchtete die Verknüpfung von IT und Gesundheit. Dabei wurden auch Themen wie Prävention, ambulante Versorgung, personalisierte Therapieplanung und Nachversorgung untersucht, um zu Forschung und Entwicklung und dem Transfer schneller wachsenden Wissens beizutragen und damit den Wirkungsgrad bestehender Aktivitäten der Bundesregierung zu erweitern.

Publikationen
Die Zukunft der Medizin ist digital (Cover)

Fachforum Digitalisierung und Gesundheit: Die Zukunft der Medizin ist digital
Die Digitalisierung ist nach Auffassung des Fachforums ein wichtiger Schlüssel für mehr Qualität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Wie sie die bessere Versorgung der Patienten und die Beschäftigten der Branche unterstützen kann, beschreibt dieses Szenario. Es zeigt verschiedene Anwendungsszenarien der Medizin 4.0: die Fernvisite als Arztbesuch per WLAN, klinische Entscheidungshilfesysteme oder die Pflege per Roboter.

PDF-Download   |   Pressemitteilung zur Veröffentlichung des Zukunftsbildes
 

Siegfried Russwurm (Foto: Siemens AG)

Die Digital-Therapie
Besser vernetzte Patientendaten wären ein Segen für viele Kranke. Das sagen Experten – und drängen die Regierung zum Handeln. Siegfried Russwurm, der Sprecher des Fachforums Digitalisierung und Gesundheit, mahnt im Tagesspiegel vom 2. Mai 2017: "Wir dürfen uns nicht darauf beschränken, eine Diskussion nur aus der Perspektive der Gesunden zu führen." Aus der Sicht des Patienten sei es vielmehr "ganz wichtig, möglichst viele Informationen zur Verfügung zu haben". Der Zugang zu anonymisierten Gesundheitsdaten ermögliche präzisere Diagnosen und bessere Therapien.

Artikel auf der Website des Tagesspiegels
 
 
 

Mitglieder des Fachforums

 

  • Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Mitglied des Vorstandes der Siemens AG (bis März 2017) (Sprecher des Fachforums)
  • Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv)
  • Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt
Siegfried Russwurm

Drei Fragen an ...

Prof. Dr. Siegfried Russwurm

Sprecher des Fachforums

Welche Arbeitsschwerpunkte gab sich das Fachforum und warum?
Die Digitalisierung ist ein wichtiger Schlüssel zu Qualität und Effizienz in der Medizin und im Gesundheitswesen von morgen. Die infolge der Digitalisierung immer größeren verfügbaren Datenbestände werden dazu beitragen, Gesundheit und Krankheit besser zu verstehen. Neue technische Möglichkeiten befördern Innovationen und bieten wirtschaftliche Chancen. Im Fokus der Arbeit des Fachforums standen der Mensch und die Fragestellung, wie über die digitale Vernetzung von Gesundheitsdienstleistungen Lebensqualität erhalten und verbessert werden kann. Das Fachforum befasste sich in diesem Zusammenhang mit zahlreichen Aspekte: Wie kann Digitalisierung die medizinische Versorgung beim Hausarzt, im Krankenhaus und in der Pflege verbessern? Welche technologischen Entwicklungen müssen vorangetrieben werden, in welchen Bereichen besteht Forschungsbedarf? Wie werden die neuen technischen Möglichkeiten wie zum Beispiel Wearables und mHealth-Anwendungen unsere Einstellung zum Datenschutz verändern? Welche technischen, regulatorischen und organisatorischen Rahmenbedingungen sind nötig, welche ethischen Aspekte müssen berücksichtigt werden?

Wie ist das Fachforum vorgegangen?
Die Mitglieder des Fachforums haben unter Einbeziehung von ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus universitären und privaten Gesundheitseinrichtungen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Krankenkassen, Branchenverbänden, Kammern, Patientenorganisationen, der Medizintechnik- und Pharmabranche, der Start-up-Szene, aus Kanzleien und Unternehmensberatungen in Arbeitsgruppen zunächst Hypothesen und Fallbeispiele als Basis für Zukunftsszenarien in den drei Versorgungsphasen "Prävention", "Krankheitsbehandlung" sowie "Nachsorge und Pflege" erarbeitet. In einem nächsten Schritt wurden die Zukunftsszenarien unter Einbeziehung der relevanten Stakeholder (Vertreter für Patienten, Leistungserbringer, Kostenträger etc.) einer Prüfung unterzogen und weiter geschärft. Dabei hat das Fachforum auch Rahmenbedingungen wie Gesetzgebung, Datenschutz und IT-Infrastruktur, Vergütungsmodelle sowie ethische und gesellschaftliche Aspekte mit in den Blick genommen.

Was wurde erreicht?
Ergebnisse dieses breiten Konsultations- und Meinungsbildungsprozesses – in dessen Mittelpunkt der gesunde Mensch und Patient stand – sind ein Zukunftsszenario zu einem möglichen medizinischen Alltag am Ende der nächsten Dekade sowie die in den Umsetzungsimpulsen des Hightech-Forums dargelegten konkreten Empfehlungen an die Bundesregierung. Das Szenario ist ein Diskussionsangebot an die Fachöffentlichkeit und Gesellschaft insgesamt. Es soll helfen, eine konkrete Vorstellung über die Welt der Medizin 4.0 zu geben, ohne jedoch einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Für eine bessere Gesundheitsversorgung in der Zukunft empfiehlt das Fachforum, digitale Entscheidungshilfesysteme zum Ausbau einer patientenzentrierten, individuellen Therapieplanung zu entwickeln und zu fördern, eine Online-Gesundheitsplattform aufzubauen sowie die Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitsakte. Es empfiehlt darüber hinaus, dass auf dem Weg zur Medizin 4.0 die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz digitaler Anwendungen sichergestellt und Maßnahmen für soziale Innovationen aktiv vorangetrieben werden.

Nick Wagner
Ansprechpartner

Nick Wagner
Wissenschaftlicher Referent
Geschäftsstelle Hightech-Forum
T 030 322982-509

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